
Ca. 30kg wiegt ein Bottich.
Nach einer kurzen Mittagspause waren wir dann um 15°°Uhr mit der Ernte fertig. Super stolz waren wir, ein tolles Gefühl, aber den Rücken konnten wir nicht mehr richtig gerade machen, in den Beinen war keine Kraft mehr und die Arme haben wir gar nicht mehr gespürt.
Da wir am nächsten Tag nach Hause fliegen mussten, hatte Franco die Aufgabe übernommen, unsere Oliven zur Ölmühle zu bringen.
Zwei Tage später bekamen wir dann die Nachricht, dass wir 960kg Oliven geerntet hatten und nun stolze Besitzer von 150lt.!!! eigenem biologischem, säurearmen (unter 0,2%) Olivenöl sind.
Im Februar werden wir das Olivenöl nach Deutschland transportieren lassen. Die ersten Freunde haben sich schon angemeldet, um uns was abzunehmen.
Fazit: Olivenernte ist eine sehr anstrengende und aufwändige Arbeit. Wir wissen jetzt, warum hochwertige Olivenöle ihren Preis haben. Bei unserem Olivenöl können wir sicher sein, dass alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten sind und es wirklich gesund ist!

Glücklich und zufrieden nach getanener Arbeit.

Aufpassen, dass keine Oliven vom Netz rollen.
Die Männer holen die Oliven vom Baum und wir Frauen sind für das Einsammeln verantwortlich. Am Anfang habe ich nur nach Anweisungen von Rosa oder Giovanna die Netze ausgelegt. Da bin ich doch mehr oder weniger hinterher gelaufen und habe mich nur gewundert wie schnell die Beiden arbeiten. Von wegen mal verschnaufen oder ein kleines Päuschen – Pustekuchen, zack zack ging das!
Die Oliven werden vorsichtig in den Netzen von aussen nach innen gerollt. Sie haben nachher ein ganz ordentliches Gewicht. Bevor sie in die Bottiche gefüllt werden, müssen noch die kleinen Äste und so gut es geht die Blätter rausgesammelt werden. Anschließend werden sie vorsichtig in die Kübel geschüttelt.

Äste und Blätter müssen entfernt werden.

Auch bei uns kommt 'Schnatterinchen' zum Einsatz.
Morgens um 7°°Uhr standen wir einsatzbereit auf unserem Grundstück.
Kurz danach kam Franco mit seinem Trecker und Giovanna folgte mit ihrer Schwester. Das Auto war voll gepackt mit Netzen und Bottichen.
Die Drei sind ein eingespieltes Team, schon zigmal haben sie Oliven geerntet, jeder Handgriff sitzt. Ruckzuck wurden die Netze aus dem Auto geholt und unter die ersten Bäume gelegt. Schön dicht an den Stamm und die Fläche muss groß genug sein, damit möglichst wenig Oliven daneben fallen.
Nun wurde der Kompressor angeschmissen und ‘Schnatterinchen’ kam zum Einsatz. An einem langen Stab befinden sich vorne zwei Kunststofffächer, ähnlich einem Laubbesen, die sich durch Luftdruck sehr schnell bewegen.
Geht man nun an den Ästen entlang, fallen die Oliven durch die Vibration in die Netze.

Per Hand dauert es doch bedeutend länger.

Die Bäume hingen voller Oliven.
Wie gesagt, eigentlich hatten wir nicht vor bei uns zu ernten. Doch unser italienischer Freund Franco und seine Frau Giovanna sahen das ganz anders. Nachdem sie sich unsere Bäume angesehen hatten und sahen, wie voll die Bäume hingen und wie gut die Qualität der Oliven war, sagten sie kurz entschlossen - morgen wird geerntet, um 7°°Uhr geht es los!
Nun muss man wissen, das Oliven am Anfang alle grün sind und sich mit zunehmendem Reifegrad immer dunkler färben. Das Wetter war in diesem Jahr optimal für die Oliven – warm, trocken und sonnig. Selbst im November lagen die Temperaturen noch um die 15 – 20° C und kaum Regen. Die beste Qualität erreicht man in dieser Zeit.

Genau der richtige Zeitpunkt für erstklassiges Olivenöl.

Mit 'Schnatterinchen' werden die Oliven vom Baum geschüttelt.
Eigentlich hatten wir im November nicht vor, unsere Oliven zu ernten. Wir waren nur 5 Tage dort und hatten einem Bekannten angeboten ihm einen Tag lang bei seiner Ernte zu helfen. Da wir es nur von Fotos und aus Berichten kannten, dachten wir, es wäre eine gute Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln. Gesagt getan, morgens um 8°°Uhr ging es los und mit kurzer Mittagspause haben wir bis 16°°Uhr geerntet. Oh Gott, waren wir kaputt, so anstrengend hatten wir es uns nicht vorgestellt!

Bei schönstem Wetter geerntet.

Viel Arbeit beim Beschneiden der Olivenbäume
Es war soweit – dieses Jahr konnten wir unsere ersten eigenen Oliven ernten.
Doch vorher stand über 2 Jahre eine Menge Arbeit an:
Nach dem Kauf des Grundstücks sahen die Bäume sehr ungepflegt aus. Also hat mein Mann in unseren Urlauben mit Unterstützung eines Bauern die Olivenbäume in Form geschnitten. Mit Hilfe unserer Kindern haben wir in mühevoller Arbeit die Wildtriebe entfernt. Immerzu kam ein Schrei unserer Tochter, weil wieder eine Spinne (manchmal recht groß) erschrocken aus einem Loch gekrabbelt kam. Doch auch mein Mann blieb nicht verschont: Eines Tages beschnitt er einen Olivenbaum mit einem großen Loch im Stamm und plötzlich hockte er Aug in Aug einem kleinem Fuchs gegenüber. Danach war uns auch klar, warum an den Olivenbaumstämmen oft Steine liegen!
Teilweise sind es große alte Bäume aber auch viele kleine und Jüngere. 80 Bäume mussten beschnitten werden – eine Menge Arbeit.

Auch die Kinder mussten mithelfen.

Oliven sind reif zum Ernten
Ein gravierender Qualitätsunterschied des Olivenöls ist die Ernte.
Mit Hand oder Netzen ist es zwar sehr viel teurer, aber die Oliven werden nicht beschädigt und dadurch bleiben die guten Eigenschaften erhalten.
Oft werden Oliven auch mit Maschinen geerntet. Diese fahren durch die Reihen und reißen die Oliven von den Bäumen. Dabei ist eine Beschädigung unvermeidbar.
Durch diese Art der Ernte kann das Olivenöl zwar viel günstiger angeboten werden, ist aber von minderwertigerer Qualität.
Was nützt Ihnen die Ernährung mit Olivenöl, wenn dieses kaum Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthält?
Wenn die Oliven geerntet sind, müssen sie möglichst schnell zum ’Frantoio’ der Ölmühle gebracht werden. Zwischen der Ernte und der Pressung sollten höchstens 1-2 Tage liegen.
Je schneller sie verarbeitet werden, desto besser ist es für die Qualität. Denn schon nach 24 Std. beginnt sich die Qualität zu verschlechtern.

Netze unter den Olivenbäumen
Die sehr arbeitsintensive und kostspielige Pflege der Oliven hat sich dieses Jahr gelohnt.
Nun werden viele helfende Hände gebraucht, damit die Oliven schnell geerntet und dann innerhalb von 24 – 48 Stunden zur Mühle gebracht werden können.
Da Oliven sehr empfindlich sind, werden sie entweder mit der Hand gepflückt oder es werden Netze darunter gespannt, in welche die Oliven fallen ohne beschädigt zu werden.
Die kleinste Beschädigung mindert schon die Qualität des späteren Olivenöls. Wie bei der Apfelernte setzt auch bei den Oliven der Fäulnisprozess sofort ein.
Die guten Eigenschaften (Vitamine und ungesättigte Fettsäuren), die ein qualitativ hochwertiges Olivenöl ausmachen, gehen dadurch schnell verloren.
Die Ernte mit Hand oder Netzen ist natürlich sehr kostspielig, aber nur dieser Vorgang garantiert unter anderem auch ein einwandfreies Olivenöl.

Schnee in Apulien im Februar 2009
Für hunderte von Olivenöl produzierende Mühlen, den sogenannten ‘Frantoio’ ist in Apulien die arbeitsintensivste Zeit des Jahres in vollem Gange. Mit Hochdruck wird in diesen Wochen gearbeitet, um mit der Ernte der Oliven die besten Olivenöle der Welt zu produzieren.
Trotz des feuchten Frühjahres rechnen die Bauern mit einer sehr guten Ernte. Der Sommer und der Herbst waren warm und trocken. Auch jetzt im Dezember sind noch angenehme Temperaturen und wenige Regentage.
Die Bauern in den ländlichen Gebieten sind nun jeden Tag in ihren Olivenhainen. Sie müssen sich beeilen, da man auch dort mit Frost und Schnee rechnen kann.

Apulien Olivenbaum
Die Olivenernte in Apulien hat begonnen
In der Region Apulien oder wie die Italiener sagen Puglia, stehen auf ca. 360.000 Haktar Land rund 60 Millionen Olivenbäume.
Hiervon werden etwa 240.000 Tonnen Olivenöl im Jahr produziert. Im Vergleich dazu: Ganz Italien produziert im Durchschnitt 600.000 Tonnen Olivenöl.
Diese sind für die meisten Laien nichtssagende Zahlen, aber es zeigt: Für Apulien ist die Olivenölproduktion neben der Weinherstellung der wichtigste Wirtschaftszweig.